Tanjas Tagebuch




Bodenseetour 2006 „Von Bürgstadt bis zum Bodensee“

Ein Tagebuch von unserer Autorin Tanja Meisenzahl
Tagebuch von Tanja Meisenzahl

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1. Tag: Mittwoch, 02.08.06

Um 7 Uhr trafen wir, das waren Simon + Birgit Meisenzahl, Erhard + Markus Graßmann, Konrad + ich (Tanja) Meisenzahl, Horst Helmstetter und Bernhard Beck, uns bei Konrad im Hof.
Es gab erst mal ein reichhaltiges Frühstück mit frischen Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade und Kaffee, also mit allem, was das Herz begehrt! Frühstück bei Gaby
Vorbereitet wurde das Frühstück von der Hausherrin Gaby, so richtig einladend hat’s ausgesehen mit dem Servierten auf den Tellern , Tomaten und Petersilie auf den Wurstplatten. Bei der Frage, wie das mit Bezahlen für’s Frühstück gemacht werden soll, sagte Konrad, dass er uns das Ganze sponsert. Darauf meinte Simon: „ Die satte Meute bedankt sich!“, was die Sache ziemlich genau traf. Die Laune war prima, jeder war schon ganz wild auf’s Bulldogfahren!
Um halb 8 ging auf einmal die Tür zur Hannistube auf und Fabian Munz kam herein. Er wollte nur mal schnell reinschaun, bevor er auf die Arbeit musste. Nachdem er uns viel Spaß gewünscht und die Einladung zum Frühstück zweimal ausgeschlagen hatte, musste er weiter auf die Arbeit.
Nach und nach war dann jeder mit frühstücken fertig, ging noch mal aufs Klo und schaute, ob alles eingepackt war, was er mitgebracht hatte.
Und dann hieß es „Aufsitzen und Motoren starten“! Endlich ging es los!
Es gab noch mal ein großes „Hallo“ als Alex Farrenkopf vor dem Hof anhielt, auch auf dem Weg zur Arbeit. Er wäre wohl am liebsten irgendwo aufgestiegen und mitgefahren. So wünschte er uns viel Spaß und gute Fahrt und machte sich auf den Weg.
Um 8.07 Uhr ging’s dann wirklich los! Rundum schauten die Nachbarn aus den Fenstern und winkten zum Abschied. Das war Klasse!
An der alten Kirche drehten Simon und Birgit noch mal um, da sie ihr Funkgerät nicht mehr fanden, das zweite hatten Konrad und ich dabei. Aber die beiden hatten Glück, es war nur aus der Tasche gerutscht und lag auf dem Bodenblech vom Toledo.
Und in dieser Reihenfolge fuhren wir die meiste Zeit:
Bernhard mit seinem Güldner + Anhänger als erstes, da am langsamsten (zwar nur 1-2 km/h Unterschied, aber auf Dauer kommt da ein bisschen was zusammen), Start
dann Birgit und Simon (die Navigatoren) mit dem Güldner „Toledo“, gefolgt von Horst mit Hanomag „Hanni“ C 218. Als viertes kamen Erhard und Markus mit ihrem Deutz + Hänger (mit Zelt, Garnitur) und als Abschluss Konrad und ich mit dem Hanomag „Votan“ Perfekt 400 + Feuerwehrhänger (Gepäck).

An Erhards Grundstück hielten wir kurz an, um den Klapp-Gasgrill einzuladen und auf ging’s in Richtung Bodensee!

Die erste kleine Panne hatten wir schon kurz vor Ortsende Eichenbühl: beim Toledo war das Kühlerwasser leer.
Die Flasche Sprudelwasser langte jedoch nicht zum auffüllen, Simon musste noch 3 Mal aus der Erf Wasser nachholen.
Später meinte er, das Kühlerwasser wäre eingefroren, weil es so kalt war (ca. 13°C). Und zu allem Übel kamen auch noch jede Menge Leute vorbei, die Simon kannten.
Während die beiden den „Schaden“ behoben, fuhr der Rest weiter, da Simon ja den schnellsten Bulldog fuhr und gut nachkommen konnte. Es dauerte dann aber doch bis nach Riedern, bis sie wieder aufgeschlossen hatten.
Da langes Fahren bekanntlich durstig macht hielten wir zur ersten Pause in Eubigheim an einem Edeka-Markt. Da sorgten wir für ordentlich aufsehen! Ist doch ein eher seltener Anblick, wenn 5 Bulldogs auf einem Haufen angefahren kommen. Nach einer kleinen Stärkung mit einer „Hopfen-Kaltschale“ ging’s weiter.
Unterwegs wollten wir tanken, um auf Nummer Sicher zu gehen, falls die nächste Tankstelle auf sich warten lässt, doch wir hatten Pech, die Tanke war geschlossen, Mittagspause. Bernhard füllte an den Hängerreifen Luft nach und der ein oder andere schaute nach dem Ölstand und dann fuhren wir weiter.
In Mulfingen wollten wir Mittag machen, doch die Wirtschaft hatte Ruhetag. Also auf in den nächsten Ort.
Das war jedoch nicht ganz so einfach, denn bei Bernhard war kein Diesel mehr im Tank. Während er nachfüllte (er hatte zum Glück einen Reservekanister dabei) und Erhard bei ihm blieb, fuhr der Rest weiter nach Heimhausen, um die Wirtschaft zu suchen. Die erste, die Simon und Birgit fanden war allerdings zu teuer, Bratwürste mit Kartoffelsalat für 10,80 Euro! Wir wollten gerade an die zweite Wirtschaft im Ort fahren, als Erhard anrief, dass der Bulldog von Bernhard nicht mehr anspringt, sie hätten nach dem Auffüllen zwar entlüftet, aber es ginge trotzdem nicht. Also holte Simon bei Konrad die Schubstange am Bulldog ab und fuhr mit Horst noch mal zurück.
Birgit wartete an der zweiten Wirtschaft und Konrad und ich fuhren zu ihr. Diesmal jedoch auf getrennten Bulldogs, da der Hanni ja noch an der ersten Wirtschaft stand. Konrad fuhr mir den Hanni auf’s Ebene und ich ihn dann weiter. Zum Glück war kein Berg dazwischen (bei 300 Metern auch schwer) und ich musste nicht runterschalten. Aber damit war mein Fahrereinsatz für die Tour auch beendet.
Ne Weile später kamen dann auch nach und nach die anderen an. Es stellte sich heraus, dass Erhard und Bernhard am falschen Hahn entlüftet hatten. Markus sagte ihnen zwar, dass anhand der Zeichnung im Handbuch der obere Hahn zum entlüften ist, aber das interessierte die beiden wohl nicht so ganz. Horst nahm das dann in die Hand und ruck-zuck lief der Güldner wieder.
Im „Lamm gab’s leckeres Essen: Pizza, Nudeln, Schnitzel, Pommes, für jeden was dabei. Als Abschluss gab’s vom Wirt noch nen Schnaps und von uns ein Lied. So gestärkt ging’s weiter. Wir kamen prima voran, das Wetter spielte mit und blieb ganz schön. Weil wir so gut in der Zeit lagen machten wir um 4 noch mal Kaffeepause, da wir sonst zu früh in Hausen angekommen währen. Dort konnten wir nämlich erst nach 18 Uhr hin, da die Bäuerin, Gisela Rössler, vorher noch im Stall zu tun hatte.
Nach dem Kaffee und nem Stückchen ging’s wieder los. In Ilshofen hielten wir an einer Tankstelle, um am nächsten Tag ohne Spritsorgen starten zu können. Während einer nach dem anderen tankte, kam ein Mann her und sprach uns an, wo wir her wären. Eigentlich nichts ungewöhnliches, er war nicht der Erste. Im Laufe des Gesprächs stellte sich dann aber heraus, dass der Mann aus Miltenberg stammt und seit ca. 20 Jahren hier in der Gegend wohnt. Das war echt Klasse! Er hat sich total gefreut, Leute aus seiner alten Heimat zu treffen und Erhard, seines Zeichens ehemaliger Postbote von Miltenberg, kannte ihn sogar! Der Mann war total gerührt und hat sich riesig gefreut!
Um halb 7 rum kamen wir dann auf dem Bauernhof an und wurden von einem Hund begrüßt, der ohne Ende bellte, quasi die Klingel. Gisela kam auch gleich aus dem Stall und begrüßte uns.
Ein paar von uns wollten erst mal ein Bier trinken, aber der Rest überzeugte sie, doch erst das Zelt aufzubauen. Zelt
Das ging dann auch ganz schnell und beim abspannen hörte man immer wieder mal das „Plopp“ einer Bügelverschlussflasche.
Das Zelt war auch schnell eingeräumt und wir konnten zum Essen gehen. Doch vorher zeigte Thomas (der Sohn von Gisela) noch den Hof und die Scheune mit Mähdrescher und altem Eicher mit Frontlader. Simon entdeckte eine Kartoffelsetzmaschine, die er gleich mitnehmen wollte. Aber so recht einverstanden waren die Besitzer nicht.
Während langsam das Essen (Steaks, Würstchen, Kartoffelsalat) vorbereitet wurde, gingen Birgit und Simon in einem Fischteich baden, der ständig Frischwasser von einem Bach bekommt. Dementsprechend kalt war das Wasser!
Nach dem Essen gab’s noch nen Kaffee, von Bernhard gekocht. Dabei handelte Simon den Preis für die Kartoffelsetzmaschine aus: Maschine gegen Knecht mit eigenem Bulldog. Doch Bernhard war von der Idee nicht recht begeistert...
Irgendwann fing’s dann an zu tröpfeln und wir zogen in die Hausbar im Keller um. Doch nach und nach gingen wir ab 23 Uhr ins Bett. Die letzten kamen so gegen Mitternacht, als Gisela sie raus schickte, da sie ja am nächsten Tag auch wieder früh rausmusste.

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2. Tag: Donnerstag, 03.08.06

Wir standen ziemlich pünktlich um 7 Uhr Aufstehen
auf und fingen an, die Sachen zu packen, bis jemand fragte, wo Bernhard eigentlich stecke. Das war eine gute Frage! Nach einigen lauten Rufen kam hinter der Scheune endlich auch eine Antwort und kurz darauf erschien auch Bernhard mit seinem Schlafsack. Das Zelt wurde abgebaut und die Sachen in den Hängern verstaut. Zwischendurch gab’s noch frisch gemolkene Kuhmilch, allerdings nicht euterwarm, sondern ca. 4°C kalt. Gisela erklärte uns, dass die Milch direkt nach dem Melken gekühlt werden muss, damit keine Keime entstehen. Aber gut war sie trotzdem. Auch heute starteten wir um 8.07 Uhr die Bulldogs und fuhren nach einer herzlichen Verabschiedung vom Hof.
Da es in der Nacht sternenklar war, war es ganz schön kalt. Der Sternenhimmel war wirklich klasse! Da keine Straßenlampen störten, sah man unzählige Sterne und auch die Milchstraße war deutlich zu erkennen. Nur Sternschnuppen waren keine zu sehen. Aber das nächtliche Klogehen hat sich trotzdem gelohnt.
Ziemlich durchgefroren hielten wir in Pommertsweiler an einer Bäckerei an um zu frühstücken. Nach nem Kaffee und frisch gebackenen Stückchen, ob süß oder herzhaft, ging’s wieder weiter. Der Bäcker kannte ein paar kürzere Strecken, die wir gerne annahmen. Ein paar Kilometer vor Bartholomä fing es leider an zu regnen. Nach und nach hielt jeder mal an, um die Regenkleidung auszupacken und überzuwerfen.
Das hätten wir auf dem Votan besser nicht gemacht. Denn als Konrad, noch dazu an nem Berg, wieder weiterfahren wollte, kam der Motor nicht auf Touren. An der nächsten Haltebucht machte er den Motor noch mal aus, aber auch das half nix, es liefen nur 3 Zylinder. So ein Mist! Also quälten wir uns mit dem Hänger den Berg rauf und versuchten Simon und Birgit per Funk zu erreichen. Doch das schlug leider Fehl und auch mit dem Handy ging nix, da kein Netz vorhanden war. Und gerade als wir endlich mit dem Funkgerät Kontakt hatten, sahen wir den Toledo auch schon stehen.
Also rechts ran, Motorhaube auf und Fehler suchen. Da es gleich tropfte, war schnell zu sehen, dass am vordersten Zylinder die Spritleitung gebrochen war. Bei einem vergeblichen Versuch, die Leitung notdürftig mit Klebeband abzudichten, kam ein Mann aus dem Haus neben dem wir standen. Defekte Spritleitung

Er war zum Glück auch Traktorbesitzer und konnte uns den Weg zur nächsten Werkstatt erklären. Diese war gleich in Bartholomä, also nur 3-4 km entfernt. Simon nahm uns mit der Schubstange ins Schlepptau und weiter ging’s. Allerdings hatte der Toledo ordentlich dran zu schaffen, am Hanni hing ja noch der Feuerwehrhänger.
Konrad meinte, dass wir froh sein können, dass so was Offensichtliches wie die Spritleitung kaputt war, da müssten die in der Werkstatt wenigstens nicht suchen. Simon gab vorm weiterfahren noch Erhard per Handy Bescheid, dass die anderen in Bartholomä warten sollen. Dort angekommen fanden wir die Werkstatt auch gleich, allerdings war’s schon 5 nach 12. Die größte Angst war, dass die Werkstatt Mittagspause macht. Doch wir hatten Glück! Als wir auf den Hof kamen lief gerade ein Mechaniker vorbei, der gleich mal schaute. Er meinte zwar, dass er eigentlich einen Termin beim TÜV hätte, nahm sich aber trotzdem Zeit. Während er die defekte Leitung ausbaute, veräppelte er Konrad erst mal, dass es mit weiterfahren wohl nix mehr werden würde. Als Konrad dann meinte, er solle keinen Blödsinn machen, wir wären schließlich 5 Bulldogs, die noch nach Ulm wollen, fing er an zu grinsen. Zwischenzeitlich waren auch die anderen mit ihren Bulldogs da und wir machten aus, dass wir am Ortsanfang in die Wirtschaft gehen würden, da ja eh Mittagszeit war. Konrad wollte erst noch mal die Lage sondieren und entweder warten, bis der Votan repariert ist oder sich holen lassen, falls es länger dauert.
In der Wirtschaft bestellten wir fast alle das Tagesessen, Rinderbraten, Nudeln, Salat oder Kohlrabigemüse und erst mal was zu trinken. Während wir auf das Essen warteten, meinte ich, das Schönste wäre, wenn Konrad in ner halben Stunde angefahren käme. Dann würde ich sofort ein Hefe für ihn bestellen. Und tatsächlich, nach ner viertel Stunde hörte man den Votan auf den Parkplatz fahren! Ich bestellte auch gleich das Bier, das in dem Moment an den Tisch kam, als Konrad in die Gaststube kam. Und noch bevor er die Jacke auszog, trank er erst mal einen ordentlichen Schluck. Er bestellte sich dann auch das Tagesessen, bei dem die Meinungen in Sachen Qualität ziemlich auseinander gingen. Die einen hatten ein ziemlich durchwachsenes, zähes Stück Fleisch, Simon hatte nur butterzarte Stücke. Tja, die einen haben halt Glück, die anderen nicht so.
Und dann hieß es auch schon wieder: weiterfahren! Die Leute in der Wirtschaft waren sehr interessiert, wo’s noch hingeht und der Wirt zeigte ein paar von uns noch seinen Bulldog, den er allerdings fast nur zum Schneeschieben benutzt.

Bei trockenem Wetter und auch wieder trockenen Straßen ging’s weiter Richtung Ulm. Kurz nach Böhmenkirch überquerten wir auf 712m/ü NN die europäische Wasserscheide. Dort trennen sich die Wasserläufe und Flussgebiete.
Und dann ging’s ganz schön den Berg runter, mit 8% Gefälle. Wir hatten jede Menge Autos und LKW hinter uns, und ich meinte noch Scherz halber: „Hoffentlich müssen wir da nicht wieder rauf!“ Unten im nächsten Ort angekommen, stellte sich raus, dass wir falsch waren. Wir hätten ziemlich weit oben links abbiegen müssen. Ich hätte wohl besser nix gesagt, denn dann ging die Karawane wieder den Berg rauf. Hanni meisterte die Steigung prima und kam sogar im sechsten Gang hoch! Langsam kam die Frage auf, was Horst wohl mit dem Bulldog macht, dass er so gut die Berge hochkommt. Aber er verriet nichts.
Wir kamen gut voran, das Wetter hielt und die Laune war gut. Kurz vor Blaustein sind wir dann aber noch mal falsch abgebogen. Bis der letzte Zweifel ausgeräumt war, ob wir nicht doch richtig sind, waren wir schon 2 km weiter. Also drehten wir und fuhren zurück. Die Leute, die uns vorher beim vorbeifahren noch angefeuert hatten, waren zum Glück nicht mehr da! Wäre ziemlich peinlich gewesen.

Der richtige Weg war dann leicht zu finden und so kamen wir nach einem letzten steilen Berg um kurz nach 18 Uhr beim Julius und Erna an.
Nach freudiger Begrüßung und nem ersten Schluck Bier bauten wir das Zelt auf und räumten ein. Für die meisten hieß es dann erst mal: ab unter die Dusche.
Eigentlich wollten wir im Freien essen, aber dazu war es zu kalt. Beim Abendessen, Steaks und leckere Salate (besonders der Gurkensalat!) und anschließendem Kaffee wurde viel gelacht und erzählt.

Aber nach und nach holte jeden die Müdigkeit ein und einer nach dem anderen ging ins Bett um sich den wohl verdienten Schlaf zu holen.



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3. Tag: Freitag, 04.08.06

Auch heute klingelte um 7 Uhr der Wecker. Nachdem alles zusammengepackt und verladen war gingen wir frühstücken. Heute mal nicht unterwegs in einer Bäckerei sondern im Esszimmer unserer Gastgeber. Wir stärkten uns mit frischen Brötchen, Wurst, Käse – allem was das Herz begehrt. Nach einer Verabschiedung, die genau so herzlich war wie die Begrüßung, fuhren wir um halb 9 los – Etappenziel Bodensee!
Da es auch heute ziemlich kalt war machten wir in Oberstadion unsere erste Pause, um einen Kaffee zum aufwärmen zu trinken.
Die geplante Strecke, die wir dann fahren wollten, war nicht befahrbar, also folgten wir den Umleitungsschildern. Doch diese waren plötzlich nicht mehr zu finden. Während wir, an einem Feldweg stehend, die Karte studierten, kam zum Glück ein Bauer, auch mit Traktor, vorbei und erklärte uns, wie wir fahren sollten.
Dummerweise führte uns dieser Weg in einen ziemlich heftigen Regenguss. Es schüttete so sehr, dass kaum noch was zu sehen war und wir uns in einem Wald unterstellten, um zu warten, bis es besser wurde. Nach bestimmt 20 Minuten ließ es endlich spürbar nach und wir fuhren in den nächsten Ort, nach Bad Buchau, wo wir zum Glück eine Wirtschaft mit großem Parkplatz für unsere Gefährte fanden. Auch von der Zeit her hatten wir Glück, es war schon 20 vor 2 und es gab nur bis 14 Uhr Mittagstisch.
Wir schälten uns erst mal aus den nassen Regensachen und fast jeder bestellte eine Suppe um wieder warm zu werden. Während wir auf das Essen warteten, es war übrigens richtig lecker, spielte Bernhard ein bisschen „Mucken-Roulette“ Mucken Roulette
(war ganz schön lustig!) und die Bedienung fotografierte uns, damit jeder sehen kann, dass uns Regen nicht so schnell die Laune verderben kann. Und es hatte ja auch, kaum dass wir im Trockenen waren, aufgehört zu regnen.
Satt und zufrieden fuhren wir so um drei weiter.
Wir machten noch mal Pause an einem Getränkemarkt, wo sich jeder ein bisschen die Beine vertreten und wieder wach werden konnte. Birgit und ich kauften im angegliederten BayWa-Markt für die Weiterfahrt jeweils ein Paar festere, leicht gefütterte und vor allem trockene Handschuhe, was echt eine sinnvolle Investition war.
Langsam kamen wir auch in die Gegend, wo die Leute schon ahnen konnten, wohin wir unterwegs waren. Und auch die ein oder andere Schleppertruppe sahen wir am Straßenrand stehen und Pause machen.
In Meggetsweiler trafen wir auf einen solchen Trupp, der uns gleich zum Bier einlud. Auch wenn ein paar weiter wollten, nahmen doch welche das Angebot an. Eigentlich wollten wir nur noch nach Ahausen kommen, da war so eine Pause nicht nach jedermanns Geschmack. Aber einer der anderen Schlepperfreunde kannte ein paar Flurwege, die uns halfen, ein paar Kilometer Weg zu sparen. Er erklärte sich bereit, voraus zu fahren und uns zu lotsen, während seine Begleiter dann nachkommen sollten.
Leider war die Abkürzung nicht schnell genug, ca. 30 Minuten vorm Ziel kamen wir noch mal in ein Regenwetter. Aber immerhin sahen wir schon mal den Bodensee!
Und um 19 Uhr kamen wir endlich, wenn auch nass, an unserem Ziel an!!!
Kurz vorm Moserhof, wo das Treffen stattfand, kam uns ein Auto mit Miltenberger Kennzeichen entgegen, gab Lichthupe und hupte beim vorbeifahren. Im ersten Moment erstaunlich, bis sich herausstellte, dass es Stefan Kosiedowski, Birgits Freund, war. Egon Wegmann, der Onkel von Horst, begrüßte uns gleich bei unserer Ankunft am Hof und erklärte, wo wir hinsollten.
Der eigentliche Platz für Zelte war auf einem offenen Feld, wo es windig war wie blöd. Doch auf der anderen Seite des Platzes grenzte ein Maisacker an, und wir beschlossen, dort unser Zelt hinzustellen, damit es nicht so zog.
Wegen des schlechten Wetters war auch jeder ziemlich gereizt und es kam fast zu nem Streit, ob wir das Zelt gleich aufbauen oder noch warten wollen, bis es aufhörte zu regnen. Am Anfang der Tour machten wir aus, wenn einer schlechte Laune hat soll er ne Auszeit nehmen und sich wo anders beruhigen und dann wiederkommen. Doch da wir ja alle schlecht gelaunt waren, hätte ja jeder weggemusst. Als ich das laut feststellte, riss sich plötzlich wieder jeder zusammen und kurz darauf hörte es sogar auf zu regnen, sodass wir bei trocknem Wetter aufbauen konnten.
Es war gerade alles eingerichtet, Birgit und Stefan hatten ein Igluzelt für sich dabei, wir hatten noch einen Pavillon von Erhard aufgebaut und ne Brauereigarnitur drunter gestellt um auch mal im trockenen sitzen zu können, als ein offiziell aussehender Mann auf uns zukam.
Die Befürchtung, dass wir hier unser Zelt nicht stehen lassen dürften, zerstreute sich zum Glück gleich wieder. Aber er bat uns, andere, die hier ihr Zelt aufbauen wollten zum eigentlichen Zeltplatz zu schicken, was sich jedoch nicht umsetzen ließ. Ist auch schwer, zu erklären warum die einen hier zelten dürfen und die anderen nicht.
Von Hunger und Durst getrieben, machten wir uns auf zum Festzelt, wo auch eine Kapelle spielte. An diesem Abend war auch der Musikverein für die Bewirtung zuständig. Leider gab es nur gegrillte Brühwürste, das Hefe war warm und das Pils irgendwann leer. Aber die Musik war gut, sie spielten einige den mitgereisten Rebläusen bekannte Titel (z. B. „ Die Sonne geht auf“) und weil wir eifrig klatschten und mitsangen, waren wir am Schluss der neue Fanclub der Kapelle.
Mit der Zeit und dem Alkohol macht sich die Müdigkeit von der Fahrt und dem Regenwetter bemerkbar und wir gingen ans Zelt. Ein paar tranken noch etwas Rotwein, aber bis ein Uhr waren alle im Schlafsack.

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4. Tag: Samstag, 05.08.06

Heute konnten wir fast ausschlafen! Denn statt um 7 brauchten wir erst um 8 Uhr aufstehen, Frühstück gab’s nämlich bis halb 10. Wir machten uns im Maisacker-Bad einigermaßen frisch und gingen ins Festzelt, wo schon gedeckt war.
Frühstück auf dem Treffen
Nach einem ausgiebigen Frühstück (5 € pro Person und dafür so viel man wollte) organisierte Horst von seinem Cousin Christian den VW-Bus und seinen Haustürschlüssel und wir fuhren zum Duschen. Christian und Martina (seine Frau) hatten uns, freundlich wie sie sind, angeboten, bei ihnen zu duschen, was wir natürlich gerne annahmen. Da wir sechs, die mit sind (Bernhard war bis zur Abfahrt noch nicht an unserem Lager erschienen – er schlief im Heuhaufen, wie er später berichtete - und Markus kam nicht mit), uns ordentlich beeilten und zeitweise sogar zu dritt im Bad waren, eine fönte, eine trocknete sich ab, einer duschte, waren wir nach ner guten Stunde fertig. Es tat richtig gut, zu duschen und sich auf dem Sofa aufzuwärmen.
Bevor wir dann an den Festplatz zurückfuhren machten wir noch einen Abstecher zum Baumarkt im Ort und kauften Regensachen, Gummistiefel, Regenhose, Abdeckplane. Die Wäscheleine, die Konrad kaufte, um die Handtücher zum trocknen aufzuhängen, brauchten wir jedoch nicht. Die Idee war zwar gut und die Leine wurde auch schon aufgemacht um sie befestigen zu können, aber da es immer wieder anfing zu regnen, war’s nix mit Sachen aufhängen.
Simon, der genau wie ich, seine gelbe Regenjacke anhatte, wurde beim bezahlen gefragt, ob das seine Jacke wäre, da es die gleichen auch zu kaufen gab. Er warnte mich vor und an der Kasse nahm ich die Frage gleich vorweg und sagte der Kassiererin, dass ich die Jacke beim Kommen schon anhatte. Und schon hatten wir ein Gesprächsthema. Irgendwie wusste sie sogar, dass wir so weit gefahren sind, und das bei dem Wetter... aber jetzt wären wir ja gut ausgestattet. War schon seltsam, dass sie von uns wusste. Später erzählte Simon, die Kassiererin wolle eventuell auch mal aufs Fest kommen, würde es aber vom Wetter abhängig machen.
Auf dem Weg zum Auto wurden wir, mal wieder, ordentlich nass, denn es regnete schon wieder wie blöd.
Zum Glück wurde das Wetter nachmittags schöner. Als die Sonne rauskam, konnte man sogar im T-Shirt rumlaufen. Birgit und Stefan beschlossen, mal ein bisschen wegzufahren, an den Bodensee und so, Bernhard fuhr zu den „Pfahlbauten“ in der Nähe und wir anderen schauten in Ruhe die Bulldogs an. Es waren sehr interessante Sachen dabei, z. B. zwei Hanomag, bei denen bis auf’s Metall die Farbe abgeschliffen war, sonst aber noch alles im Originalzustand war. Ein anderer Hanomag, ich glaub ein R 45, war mit Seilwinden ausgerüstet und konnte damit über Umlenkrollen Langholz auf einen Hänger laden; sah sehr spektakulär aus!
Ein Allgaier-Triebachshänger war ein weiteres Highlight. Da wird der Anhänger über die Zapfwelle angetrieben und je mehr Gewicht auf die Achse drückt, umso steiler können die Hänge oder unwegsamer kann das Gelände sein. Triebachshänger
Der Fahrer ist querfeldein durch die frisch gepflügten Furchen gefahren. Und wenn mal die Vorderräder in der Luft hingen („Perfekt zum Reifenwechsel“) und die Hinterräder durchdrehten, schob der Hänger das Gespann raus. Es gab so viel zu sehen, das kann ich gar nicht alles beschreiben!
Für das meiste Aufsehen sorgte das „Steyr-Power-Team“ aus Österreich, allerdings nur negativ. Für die bestand die Herausforderung darin, einen Pflug soweit einzugraben, bis ein Allrad-Schlepper nicht mehr vorwärts kam. Oder sie hängten zwei Schlepper mit Schupstange an den Ackerschienen zusammen und dann versuchte einer den anderen in seine Richtung zu ziehen, wie Seilziehen, nur mit Bulldogs. Das ging dann so lange, bis einer oder beide eingegraben waren, dann schoben sie sich gegenseitig aus den Löchern, fuhren 15 Meter weiter und fingen von vorne an. Da der Boden richtig aufgeweicht war, ging das ganz hervorragend…
Das Idiotischste war jedoch, als sie einen Brauereitisch unter ein Hinterrad legten, den darauf stehenden Schlepper an einen anderen hängten, damit er nicht wegfahren kann, und dann mit Vollgas das Rad zum durchdrehen brachten. Kurz bevor der Tisch anfing zu brennen, leerten sie Wasser drauf und eine riesige Dampfsäule stieg auf. Nach der Aktion war in den Tisch eine richtige Kuhle reingebrannt, die ganz schwarz war.
Und daraufhin bekamen sie Ärger! Es war zwar ihr eigener Tisch, aber sie wurden vom Veranstalter angehalten, aufzuhören oder abzureisen. Und erst dann hörten sie auf. So professionell, wie die das aufgezogen hatten, ist das in Österreich bei Steyr-Fahrern wohl so was wie ein Volkssport.
Klaus Elbert und zwei Jungs (so um die 20) kamen abends mit den Motorrädern. Da sie uns jedoch nicht fanden gingen sie ins Festzelt, um was zu essen. Jemand von uns rief irgendwann bei Klaus auf dem Handy an, wann sie denn kämen, wir wussten ja, dass sie kommen wollten, da wir nach Ahausen laufen wollten, um in ner Wirtschaft was zu essen. Sie bekamen dann erklärt, wo unser Zelt steht, und da fanden sie uns auch gleich. Nachdem ihr Zelt stand machten wir uns auf den Weg. Dabei kam uns Bernhard entgegen, der gerade von seinem Ausflug zurückkam. Nach 15 Minuten Fußweg, wir sind eher spazieren gegangen, also weit war’s nicht, fielen wir zu zehnt in einer Wirtschaft ein. In der ersten Wirtschaft, an der wir vorbei kamen saßen im Biergarten ein paar andere Bulldogfreunde und der Satz, den wir schon sehr oft gehört hatten, fiel auch da: „Das sind die, die so weit gefahren sind!“ Wir beschlossen, im überdachten Biergarten zu essen, da ja jeder ne Jacke anhatte und es unter dem Dach nicht so kalt war. Und da gab’s dann auch ordentlich zu essen! Die meisten bestellten eine Finger-Food-Platte, die echt riesig war, alleine kaum zu schaffen, aber lecker! Nach ein paar Bier, dummen Sprüchen über Bulldogs („Ist der Bauer etwas reicher, fährt er Eicher“ oder „Hat der Bauer zu viel Geld, den Bulldog er zum Zeier stellt“, der war von Konrad, etwas wehmütig), gutem Essen und für ein paar nen Verdauungsschnaps, machten wir uns wieder auf dem Rückweg zum Festplatz.
Im Festzelt spielte an diesem Abend eine 8-köpfige Combo, so was ähnliches wie die Böhmencombo von den Rebläusen, nur mit Schifferklavier und nicht so gut. Der Gesang war schlecht abgemischt, man verstand so gut wie nix, und wenn man am Bierstand war, hörte man nur noch Konrad singen, bei den Liedern die er kannte.
Im Zelt trafen wir auch Bernhard (war etwas sauer, dass wir ohne ihn weg sind) und, Überraschung! , Alex Farrenkopf, der, nach eigenen Angaben, nur kam, um uns Rotweinnachschub zu bringen...
Wir saßen also den Rest des Abends gemütlich beisammen, die Verwandtschaft von Horst kam auch immer wieder mal in verschiedenen Gruppierungen vorbei. Simon nutzte die Gelegenheit, um sich bei Martina noch mal für die Überlassung der Dusche zu bedanken. Als kleines Dankeschön bekam sie nen Boxbeutel Rotwein, frisch von Alex mitgebracht und von mir als Idee vorgeschlagen (ich weiß, Eigenlob stinkt!), über den sie sich richtig freute.
Diesmal war das Bier kalt und eine Bar gab’s auch, und als alle so richtig schön betrunken waren, die einen mehr, die anderen weniger, ging’s in die Heia! Gute Nacht!

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5. Tag: Sonntag, 06.08.06

Heute früh ging’s nicht allen so gut, da war wohl was in der Cola (vielleicht Asbach?), aber auch für die wurde gesorgt und was vom Frühstück mitgebracht; immer gut, seinen Papa dabei zu haben...
Zum Wett-Glühen der LANZ-Bulldogs waren aber alle wieder fit. Und das war auch gut so, denn sonst hätte man was verpasst!
Beim Wett-Glühen geht es darum, wer als erstes seinen kalten LANZ zum laufen bringt und 5 Meter fährt. Bedingung ist, dass sowohl Glühlampe, Glühkopf als auch Bulldog kalt sind und alle gleichzeitig anfangen. Deshalb wurden die teilnehmenden Bulldogs schon am Abend zuvor aufgestellt.
Wettglühen
Als Schiedsrichter überwachte Egon Wegmann das Geschehen und erklärte ausführlich, aber leicht verständlich, wie so ein LANZ eigentlich funktioniert. Als alle Vorbereitungen getroffen waren und die „Heizer“ (leider nur 10, obwohl viel mehr LANZ am Platz waren) bereit waren, sollten 3 Böllerschützen einen Kanonenschuss als Startzeichen abgeben. Doch die Technik wollte nicht so recht und es knallte erst beim zweiten Versuch.
Und dann ging’s los! Während die einen ganz eifrig dabei waren, die Glühlampen anzuheizen, um sie dann in den Glühkopf zu stecken, ließen sich 3 Teilnehmer richtig Zeit. Nachdem sie die Lampen angezündet hatten, gab’s erst mal nen Schnaps und bevor es an den Bulldog ging zündete sich jeder ne Zigarre an der Lampe an. Gar nicht so einfach, da kam ne ordentliche Flamme raus! Bis die 3 Herren richtig anfingen, versuchten die ersten schon, den Bulldog anzudrehen. Als erstes lief der von Christian (Sohn von Egon), allerdings in die falsche Richtung. Und um den Bulldog (ein 12er LANZ, einer der Ersten) richtig rum laufen zu lassen gehört Fingerspitzengefühl dazu. Der Bulldog muss fast abgewürgt werden, um dann durch Gasgeben das Schwungrad in die andere Drehrichtung zu bekommen. Das ist gar nicht einfach und hat mehrere Anläufe gebraucht. Zwischenzeitlich lief auch schon ein anderer LANZ und überquerte als erstes die Ziellinie, Christian wurde zweiter. Nach und nach brachten auch die anderen ihre Motoren zum laufen und fuhren die 5 Meter. Als einer der drei „Showmacher“ seinen Bulldog startete flog ein Eimer davon, der noch auf dem Auspuff war, damit es nicht reinregnete. Knapp neben dem Besitzer fiel der Eimer wieder auf dem Boden. Bevor dann die drei zusammen über’s Ziel fuhren, zog einer seine Schuhe aus und steckte sie auf die Blinker, damit der Bulldog innen nicht dreckig wird. War aber nur ein Spaß und nicht so ernst wie bei manch anderem LANZ-Fahrer.
Nach dem Wett-Glühen, das Ganze dauerte 5 Minuten von Startschuss bis Sieg, drehten wir noch eine Platzrunde, um zu schauen, was an Schleppern neu dazu gekommen war. Die meisten hatten wir jedoch schon gesehen, also ging’s, mal wieder, ins Festzelt (vorher schauten wir noch im Ziegenstall vorbei) wo die Kapelle vom Freitag zum Frühschoppen spielte.
Das erste Bier hielt diesmal ziemlich lange, da keiner so recht Durst hatte. Aber gut, dass wir schon im Zelt waren, denn so gegen 12 fing’s an zu schütten wie blöd (irgendwie regnete es nie mal nur normal, entweder heftig oder gar nicht) und plötzlich war das Zelt voll. Während immer mehr ins Zelt kamen und es an den Essensständen etwas hektischer wurde, konnten wir in Ruhe der Musik zuhören. Auch heute spielten sie „Die Sonne geht auf“ und während des Piccolo-Solos setze sich Simon in Klatsch-Position und bei „Achtung: Jetzt!“ fing er an zu klatschen, als das Solo rum war, und wir alle mit! Die Flötistin musste zwar weiterspielen, aber man sah richtig, wie sie anfing zu grinsen. Und als das Stück um war, fing sie voll an zu lachen! Musiker unter sich!
Nach dem Frühschoppen gingen wir nach und nach aus dem Zelt, die einen zum Karten spielen an unseren Platz, andere schauten sich noch Schlepper an.
Ab 14.30 Uhr wurden die Gedenkplaketten ausgegeben und es kam schon etwas Aufbruchstimmung auf. Doch bevor die Abreise der Tagesgäste richtig losging war noch Pokalübergabe. Pokalübergabe
Prämiert wurden der Sieger vom Wett-Glühen, die älteste Maschine, der älteste Schlepper und die am weitesten angereiste Gruppe. Wer das wohl war? Richtig: wir! Und da der Pokalübergeber uns schon ein bisschen kannte, bekamen wir den größten Pokal, „da geht am meisten rein!“. Also alle auf die Bühne, auch Stefan und Alex (Klaus und die beiden anderen waren nach dem Wett-Glühen abgereist), Pokalübergabe, Dankeschön, Bildermachen und wieder runter. Konrad nahm den Pokal gleich mal mit, ließ ihn spülen und am Bierstand voll machen! Und dann durfte jeder mal trinken! Da ist man schon ziemlich stolz, wenn man so ein Ding bekommt!
Prost Simon
Nach der Pokalübergabe wurde unser Tisch noch beim singen („Nun hoch die Gläser“) gefilmt und Erhard und Simon mussten Interviews geben. Das soll dann auf einer DVD zu sehen sein, die über das Fest gemacht wird.
(Es ist alles drauf! Und das Lied ist sogar der Abschluss vom Film. Konrad beim trinken aus dem Pokal ist die letzte Szene; sehr schön!)
Nach dem Tam-tam mit dem Pokal fanden sich die meisten am Zelt ein, um mal nen Kaffee zu trinken. Simon, Konrad und Bernhard setzten sich an den Hauptweg und schauten sich die Schlepperparade der Abreisenden an. Muss wohl ziemlich interessant gewesen sein, denn sie ließen sich nicht mal vom Regen abhalten.
Alex und Stefan brachen dann auch auf, bevor der Acker so zerwühlt war, dass sie nicht mehr gescheit rausgekommen wären. Aber es hätte ja genug Schlepper gehabt zum rausziehen. Birgit zog auch wieder ins große Zelt ein, da Stefan das kleine ja mitnahm. Zum Abendessen wollten wir eigentlich Pizza bestellen und bringen lassen, aber irgendwie waren alle total lustlos und so gingen wir doch wieder ins Festzelt. Da bekamen wir dann Ziegengulasch, so die letzten Reste zum Sonderpreis. War ganz gut, mal was anderes, sehr gehaltvoll und sättigend.
Wir spielten zusammen Karten und Simon fragte unterdessen den Chef einer Landmaschinenwerkstatt, wann sie denn Frühs aufmachen. Der Feuerwehrhänger hatte nämlich einen Platten. Wir hatten ihn mit Hilfe eines bulldogbetriebenen und eines transportablen Kompressors zwar wieder aufgepumpt, aber weit würde die Luft wohl nicht halten. Er gab dem Chef die Reifengröße an und der meinte, dass sie einen passenden Schlauch dahaben müssten. Reifenwechsel
Also wurde für den nächsten Tag um 8 ausgemacht, dass wir kommen.
Wir spielten noch ne Weile Karten, bis sich zwei Besoffene an den Tisch setzten und mitspielen wollten. Da sie sich ziemlich daneben benahmen und bescheuerte Spieleinsätze vom Verlierer wollten, hörten wir auf und gingen ans Zelt. Vorher verabschiedeten wir uns von der Familie Wegmann und bedankten uns noch mal für die tolle Aufnahme und Gastfreundschaft. Das war viel wert!
Am Zelt wurde noch ne Weile geredet und dabei Rotwein von Alex getrunken, den er ja extra mitgebracht hatte. Bernhard brachte von irgendwo eine Blechschale her, in der sie dann ein kleines Feuer machten, das am Anfang tierisch qualmte. Birgit machte noch mal einen Wendekreistest, sie wollte unbedingt noch mal Bulldog fahren nach zwei Tagen Entzug.
Nach und nach gingen wird dann aber alle ins Bett. Es war jeder fertig von dem nassen Wetter und schließlich hieß es ja am nächsten Tag, früh aufstehen. Und so ging der letzte Tag beim Schleppertreffen zu Ende.

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6. Tag: Montag, 07.08.06

Um 7 Uhr klingelte der Handy-Wecker: aufstehen! Also raus aus dem Schlafsack, alles einpacken und verladen. Zum Glück regnete es nicht, aber da, wo wird die letzten Tage immer gelaufen sind, war’s total matschig. Nachdem wir ja schon ein paar Mal geübt hatten, ging das Abbauen ruck-zuck und wir bekamen alles ohne Probleme oder Zwischenfälle unter. Simon, Konrad und Horst fuhren schon mal voraus zur Werkstatt, Erhard und Bernhard kamen nach, wobei Bernhard vorher noch schnell das Leergut wegbrachte.
An der Werkstatt bekam Simon erst mal einen „Rüffel“, weil wir erst 20 nach 8 ankamen. Aber sie machten sich gleich an die Arbeit und nach ner halben Stunde war wieder alles in Ordnung.
Während wir warteten, beschlossen wir, in Sachen Tagesplanung, doch nicht an den Bodensee zu fahren, sondern das gute Wetter zu nutzen, um möglichst schnell voran zu kommen. Unterwegs
Der Abstecher hätte mindestens eine Stunde ausgemacht.
Nach der Reifenreparatur fuhren wir erst noch tanken und machten gleich in Bermatingen, nach 10 Minuten Fahrt, Frühstückspause. An das Aufsehen und die Hektik, die wir dabei wieder mal auslösten, hatten wir uns schon gewöhnt. Und dann ging’s endlich richtig los. Das Wetter spielte weitgehendst mit, bis auf ein paar Tropfen hielt es, und gegen Mittag wurde es sogar richtig freundlich, so richtig mit Sonnenschein!
In Oggelshausen machten wir Mittagspause. Vorher sahen wir auch einige Störche auf ner Wiese stehen, war für einige das erste Mal. Die Wirtschaft war Birgit schon auf der Hinfahrt aufgefallen, es war außen ein Mittagsmenü mit Suppe und Nachtisch für 5 € angeschrieben. Das hörte sich gut an, da gingen wir rein. Und die Wahl war genau richtig! Das Essen war lecker und reichlich (es gab Rindergeschnetzeltes mit Gemüsesoße, Spätzle und Salat) und das Bier war gut. Simon wollte ein normales Bier von der örtlichen Brauerei trinken und bestellte ein Pils. Er bekam jedoch ein ganz anderes und war sichtlich enttäuscht. Also fragte er den Wirt, was er denn hätte bestellen müssen, um ein Export oder so von dieser Brauerei zu bekommen. Es war eine „Halbe“ und so kam er doch noch dazu. Wie’s dann ans bezahlen ging, musste er das Pils noch nicht mal bezahlen, da er es ja eigentlich nicht wollte! War ein feiner Zug vom Wirt.
Um halb 3 machten wir uns wieder auf den Weg. Da wir prima voran kamen und zu früh bei Julius gewesen wären machten wir in einem Ortsteil von Ulm an einer Sportgaststätte Rast. Die hatten allerdings Ruhetag, also tranken wir halt ein Bier aus den mitgenommenen Reserven.
Simon rief bei Gisela in Hausen an, um das Essen für den nächsten Tag zu besprechen. Nach allgemeinem „Steakgehasse“ hatten wir beschlossen, ein Vesper mit Hausmacher Wurst und (auf extra Wunsch von Birgit) vielen Gurken zu ordern. Gisela war zwar etwas enttäuscht, sie hätte lieber gegrillt, nahm den Vorschlag dennoch an.
Weiter ging’s nach der Rast durch einen Wald, vorbei an endlosen Maisfeldern, die von oben fast wie Wiesen aussahen. Im Wald ging’s mal links, mal rechts, nirgends waren Wegnamen und es kamen Gedanken auf, ob Simon wohl weiß, wo’s lang geht?! Aber er fand den Weg und bekam ordentlich Lob dafür! Im Garten bei Julius
Er war selbst ziemlich stolz auf sich. Um halb 7, pünktlich zur vereinbarten Zeit, trafen wir bei Julius und Erna ein. Den Zeltaufbau sparten wir uns für heute und schliefen in der Scheune.
Nachdem die meisten Duschen waren gab’s Essen, leckeren Leberkäse, Salate und frisches Brot. Das war gut!
Und während wir im Freien saßen, das schöne Wetter genossen und Erna und Simon ihre „Reden“ hielten („Schön, dass ihr gekommen seid“ – „Schön, dass wir kommen durften“) sahen wir sogar eine tolle Sternschnuppe.
Nachts wurde es ganz schön kalt, es mummelte sich jeder in seinen Schlafsack ein und der eine Hund bellte ständig und nervte, aber geschlafen haben wir trotzdem gut.

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7. Tag: Dienstag, 08.08.06

Auch heute klingelte um 7 Uhr der Wecker und noch vorm zusammenräumen gingen wir zum Frühstück, das von Erna wieder prima gerichtet war. Da unsere Gastgeber kurz nach halb 8 zur Arbeit mussten, verabschiedeten wir uns während dem Frühstück. Danach wurde alles eingeladen, diesmal ja zum Glück ohne Zeltabbau und ab ging’s.
Ohne größere Unterbrechungen, abgesehen von ein paar Pinkelpausen, kamen wir gut voran. Am Besten war die Bergabfahrt nach Heubach! Mensch ging’s da runter! Und das ewig lang. Da die Straße neu geteert und die Strecke immer wieder schön übersichtlich war, konnte man auch mal im Sonntagsgang fahren. Da passte der Ausspruch von Konrad: „Nun rasen wir wieder“!
Kurz vor 12 waren wir dann in Heubach, ohne Groß- oder Klein- davor, und da Simon in die Brauereigaststätte wollte machten wir heute früher Mittagspause als sonst.
In der Gaststätte sah alles ziemlich nobel-rustikal aus, und wir in dreckigen Jeans und Sweatshirt mittendrin. Aber wir saßen an einem großen Tisch, bestimmt 2x2 Meter, und fanden es eigentlich ziemlich gemütlich. Das Essen, Menü mit Suppe für ca. 7 €, und das Bier waren lecker. Brauereigaststätte
Zum Glück schauten wir erst nach dem ersten Bier in die Getränkekarte. Wir gingen nämlich davon aus, dass es in einer Brauereigaststätte ja auch Bierspezialitäten geben muss, und wollten mal schaun. Dabei ist uns fast der Durst vergangen, kostete das 0,5l-Hefe immerhin stolze 3,10 €! Naja, was soll’s. Bernhard wollte nur ne Kleinigkeit und bestellte Kroketten mit Soße. Das war auch voll der Wucher, 8 Kroketten für 5 €! Der Hammer. Während wir auf das Essen warteten kamen wir auf die Idee, mit den Bulldogfreunden bei der Kalt-Loch-Brauerei eine Brauereibesichtigung zu machen. Stefan (Birgits Freund) soll da mal was managen, wurde beschlossen.
Um halb 2 machten wir uns wieder auf dem Weg. Beim rauskommen stellten wir fest, dass es wohl ein bisschen geregnet hatte, die Straßen waren leicht nass. Aber egal, wir waren ja drin... Dumm war nur, dass es, kaum dass wir unterwegs waren richtig anfing zu regnen. Und das ganz schön ordentlich. Da es sinnlos gewesen wäre, weiter zu fahren, hielten wir an einem Aldi-Markt an und stellten uns unter. Dafür, dass wir den Kunden den Eingang versperrten, richteten Konrad und Erhard einen „Aldi-Schirm-Service“ ein und brachten die Leute, überwiegend Damen, zu den Autos. Diese waren erst perplex und dann froh, nicht nass werden zu müssen.
Wir legten alle unsere Regenkleidung an, sofern das nicht schon in Heubach geschehen war, und fuhren bei leichtem Regen weiter, der bald darauf aufhörte.
Birgit, vielleicht erschöpft von dem schlechten Wetter, machte ein Nickerchen. Sie bekam gar nicht mit,Birgits Nickerchen
dass wir ein paar Orte später anhielten, damit Horst Luft in die Hinterreifen vom Hanni füllen konnte. Und Simon nutzte die Gelegenheit, um in einem kleinen Markt 2 leere Wasserflaschen zu kaufen, die Gisela als fehlend meldete. Die Verkäuferin wollte Simon schon das Pfand geben, aber er wollte die Flaschen ja kaufen. Aber wenn er die Flaschen doch nicht abgeben wolle, könne er sie doch grad wieder mitnehmen, so die Verkäuferin. Da erklärte Simon, dass bei der Truppe zwei Leute dabei wären, die nie was trinken wollen, und damit die auch was haben, braucht er die zwei leeren Flaschen. Konrad und der Chef lachten sich fast kaputt und als Konrad meinte, dass man ne kaputte Glühbirne ja auch nicht wegwirft, da man die ja noch für die Dunkelkammer nehmen könne, war’s ganz aus. Die Verkäuferin kassierte halt das Pfand und Simon hatte endlich seine zwei Flaschen und wir konnten weiter. Ungefähr ne Stunde nach dem letzten Regenguss kamen wir in ein Gewitter. Erst regnete es „nur“ wie blöd, so dass Konrad und ich auf dem Votan nen Schirm aufmachten, da man sonst nur Wasser in die Augen bekam. Dann ging’s nen Berg hoch und da war wieder das Geräusch wie auf der Hinfahrt bei Regen nen Berg hoch, der Votan fuhr nur noch mit drei Zylindern Leistung. Scheiße! Nicht schon wieder. Warum immer wir?
Und als es dann anfing zu blitzen und zu donnern hielten wir an, um uns unter zu stellen und Simon zu kontaktieren, der schon weitergefahren war. Konrad machte mit ihm aus, dass er zurückkommen soll, wenn’s aufgehört hat zu regnen, und derweilen schon mal fragen kann, wo die nächste Werkstatt ist. Wenigstens hatten wir damit wieder Glück, im nächsten Ort (Pommertsweiler) war ein alter Mann, der früher Schlepper repariert hatte. Es hörte dann auch recht schnell auf zu regnen, wir hängten den Feuerwehrhänger bei Horst an, ich stieg auch zu Horst um, und während Simon Konrad abschleppte, fuhren wir anderen weiter. In Pommertsweiler kehrten wir dann wieder bei dem Bäcker ein, bei dem wir schon auf der Hinfahrt Rast gemacht hatten und wärmten uns erst mal auf.
Simon und Konrad kamen dann auch bei dem Mann an, der ihnen, nach einigem Zögern (sie hatten Wasser im Keller und eigentlich keine Zeit) dann doch half. Sie bauten die Spritleitung aus, was nicht ganz einfach war, da der Mann (so um die 80 und fast taub) erst mit der Schieblehre nachmessen wollte, welchen Schlüssel er braucht, und gingen in die Werkstatt um nach Ersatzteilen zu suchen. Und da stand ein „Perfekt 400“ mit Rundhaube zum ausschlachten da! Perfekt – könnte man meinen. Der Haken an der Sache war nur, dass keine Spritleitungen mehr drin waren. Ganz toll.
Die erste Leitung, die sie hatten war zu groß und passte nicht auf’s Gewinde. Die zweite war fast doppelt so lang, wie die Originale, aber egal, besser als nix! Und während sich Konrad und Simon ans einbauen machten, kam der alte Mann plötzlich und meinte, er hätte da eine Leitung, die müsste doch genau die Länge haben, die gebraucht wurde. Hatte sie auch; es war nämlich die kaputte Leitung, die sie vorher ausgebaut hatten. Wäre es nicht so ne blöde Situation gewesen, hätte man sich köstlich amüsieren können.
Irgendwann war die Leitung drin, Simon fand noch eine andere, die als Ersatz mitgenommen wurde, und dann kamen die beiden auch zum Bäcker.
Horst und Erhard hatten überlegt, schon weiter zu fahren, da die beiden ja eh schneller wären als der Rest, aber da wir dann viel zu früh bei Gisela gewesen wären, ließen sie sich davon überzeugen, zu warten. Simon und Konrad tranken auch erst noch nen Kaffee und um 17 Uhr brachen wir auf.
Außer dass der Votan von nun an Berg ab anfing zu qualmen, kam nix mehr dazwischen und wir waren um viertel 7 bei Gisela.
Wir bauten schnell das Zelt auf und hießen das uns gebrachte Bier herzlich Willkommen, bevor wir es vernichteten. Konrad mit Gastgeberin Gisela
Jeder war total fertig, von dem Regen und der Panne, und hatte zu nix mehr Lust. Grad so, dass wir noch zum Essen sind. Es gab frisches Brot, die bestellte Wurst, Gurken, Rettich und vorher Nudeln mit ein bisschen Suppe dabei. Lecker war’s! Gisela wollte die Wurst aus den Dosen auf Teller tun und aufschneiden, aber das bogen wir gleich um und stellten die Sachen in Büchsen und Gläsern auf dem Tisch. Die Idee fand sie im Nachhinein gar nicht schlecht, „so richtig gemütlich“.
Ihr Sohn Thomas gesellte sich noch zu uns, aber nach und nach ging alles ins Bett, da es auch ziemlich kalt wurde. Noch ein letztes Mal ab in den Schlafsack und gut zudecken!

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8. und letzter Tag: Mittwoch, 09.08.06

Mensch, war’s heut Nacht kalt! Und ständig war die Decke weg. Nicht wirklich angenehm, wenn man aufwacht und die Nase ist eiskalt. Aber es half nix, raus aus dem Schlafsack und alles einpacken. Wir verabschiedeten uns von Gisela, die kurz aus dem Kuhstall kam und uns zum Abschied nachwinkte. Wie schon bei der Hinfahrt kamen wir um 8.07 Uhr los. Nach ca. 6 km machten wir in Vellberg Frühstückspause. Und wie jedes Mal, wenn wir beim Bäcker einliefen, kam die Verkäuferin ganz schön ins Schwitzen. Eine Kundin stellte fest, dass das mit uns wohl länger dauert und ging wieder.
Vor dem Bäcker stand ein Baum mit Bänken in der Sonne, wo wir unser Frühstück zu uns nahmen. Während wir so dasaßen und –standen kam ein Mann her, schaute sich die Bulldogs an und meinte, so ein altes Ding hätte er auch noch in der Scheune stehen. Und da er nicht wisse, was er damit machten soll, würde er ihn sogar herschenken!
Simon reagierte sofort und ging mit um sich den Schlepper anzuschauen. Aber dann kamen dem Mann doch Zweifel, weil das Bulldogfahren anscheinend auch Spaß machen kann, und er überlegte es sich anders. Schade! Simon hätte ihn gleich mitgenommen und das Spanferkel von Manfred Wolf wäre fällig gewesen! So was blödes aber auch.
Es kamen immer wieder Neugierige vorbei, die sich die Bulldogs anschauten, auch ein Radfahrer. Als dieser anhielt und uns fragte, ob wir nicht die sind, die am Bodensee waren, stellte sich heraus, dass es derselbe Mann wie am ersten Tag in Ilshofen an der Tankstelle war. Er erzählte uns, dass er seinem Nachbarn von unserem ersten Treffen berichtet hat, und dass wir mit unseren „Bulldoggen“ an den Bodensee fahren würden. Und das mit Traktoren! Sein Nachbar erklärte ihm daraufhin, dass „Bulldogfreunde“ eben „Traktorfreunde“ sind. Da haben wir ganz schön gelacht!
Gut gestärkt ging’s nach Ilshofen zum Tanken, die gleiche Tankstelle, wie auf der Hinfahrt, und gleich kam der Chef aus der Werkstatt und wollte wissen, wie’s war. Haben wohl einen bleibenden Eindruck bei manchem hinterlassen!
Da wir das gute Wetter nutzen wollten, es schien tatsächlich die Sonne, fuhren wir, bis auf ein paar Pinkelpausen, durch. Als wir gegen 13 Uhr durch Euersbach kamen und wir somit nur noch 3 Stunden Fahrt vor uns hatten, beschlossen wir, nach einer Wirtschaft für die Mittagspause zu suchen. Das war allerdings ganz schön schwierig. Denn entweder hatte die Wirtschaft zugemacht, es war Ruhetag oder erst ab 17 Uhr geöffnet. Es war wie verhext. Endlich, um viertel 3, fanden wir in Bretzingen eine offene Wirtschaft, die auch noch was Warmes zu Essen machte! Hurra!
Es wurde auch höchste Zeit, dass wir was zu Essen bekamen, jeder war gereizt und schlecht gelaunt. Und von der Diskussion, wann das Zelt zum Trocknen aufgebaut werden soll, waren alle genervt. Wir einigten uns schließlich darauf, gleich bei der Ankunft in Bürgstadt das Zelt aufzustellen. Hätten wir übernachten müssen, wäre das alles gar kein Thema gewesen. Und dann gab’s endlich Schnitzel mit Pommes und Soße! Und es gab Pommes, soviel wir wollten! Nach gutem und reichlichem Essen war die Stimmung wieder gut und es wurden wieder Witze gemacht.
Bei Sonnenschein fuhren wir um halb 4 weiter. Alle waren total fertig und müde, noch nicht mal Bonbons halfen was. Damit wir von der Straße Hardheim – Eichenbühl wegwaren, fuhren wir durch den Wald von Riedern. Das hat so geholpert, dass wir wieder wach wurden! Endlich daheim
Zwischendurch wurden noch die Zuhausegebliebenen angerufen, damit auch jemand zum Empfang da ist.
Und kurz nach 5 fuhren wir bei Konrad in den Hof, Ziel erreicht!!! Gaby, Manfred Wolf, Lilly und Giorgio Tomedi, Barbara Helmstetter waren schon da, Alex Kunkel mit ihrem Mann Jochen und Sohn Jonas kamen kurz drauf. Als Stefan kam, wollten alle den Pokal sehen, doch der stand noch bei ihm daheim in Großheubach. Also musste er noch mal weg, um ihn zu holen.
Als er wieder da war, in der Zwischenzeit hatten wir das Zelt aufgestellt (total schepp, gut dass wir nicht drin schlafen mussten), kam Sekt in den Pokal, es wurden Bilder gemacht und der Pokal geleert.
Und nach und nach verabschiedeten sich die einzelnen und fuhren heim. Um kurz vor 6 war’s vorbei.

Rum! Zu Ende! So lange drauf gewartet und dann ging’s so schnell vorbei.
Schade! Aber es war sehr schön!!!

Tanja Meisenzahl

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Letzte Aktualisierung: 16.Dezember 2018



Dezember 2018